AUTOREN DES LEITLINIEN-GLOSSARS
Das LEITLINIEN-GLOSSAR von AWMF und ÄZQ ist eine kommentierte Stichwortsammlung zu allen Aspekten der Entwicklung und Nutzung medizinischer Leitlinien.
Das Leitlinien-Glossar berücksichtigt die unter Glossarquellen angegebene Literatur. Insbesondere berücksichtigt das Glossar Definitionen und Textbausteine aus den Glossaren des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin, dem Kompendium Q-M-A des ÄZQ, dem DELBI-Instrument von AWMF und ÄZQ und dem Handbuch zur Entwicklung regionaler Leitlinien von ÄZQ, PMV und Leitliniengruppe Hessen.
An der Auswahl und Formulierung der Schlagworte und Texte und der technischen Realisierung des Glossars waren beteiligt: M. Cox (ÄZQ), I. Kopp (Uni Marburg, AWMF), I. König (ÄZQ), M. Lelgemann, (Uni Bremen, ehemals ÄZQ), W. Müller (AWMF), G. Ollenschläger (ÄZQ), D. Rütters (ÄZQ), S. Sänger (ÄZQ), F. Thalau (ehemals ÄZQ), H. Thole (ehemals ÄZQ), H. Trapp (ÄZQ). - Stand: 20.06.2007
Vorschläge zur Verbesserung des Glossars wurden freundlicherweise gemacht von: S. Sauerland (Köln), D. Hart (Bremen), D. Conen (Aarau), J.F. Chenot (Göttingen), E. Hauke (Wien), S. Brüggemann (Berlin), H. Kirchner (Köln), M. Glattacker (Freiburg), W. Jäckel (Freiburg), J. Windeler (Essen), Th. Kober (Canberra), G. Antes (Freiburg), B. Sens (Hannover) - Stand: 20.06.2007
Redaktion und Pflege: ÄZQ.
Haben Sie besondere Wünsche oder Anregungen zum Glossar, das Sie hier als pdf-Dokument herunterladen können, teilen Sie uns diese auf diesem Online-Formular mit. Bitte nutzen das Formular auch zur Kommentierung und für Fragen.

AWMF (AG der Wiss. Med. Fachgesellschaften)
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften wurde 1962 auf Anregung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie von 16 Fachgesellschaften gegründet. Derzeit (Ende 2006) sind 151 wissenschaftliche medizinische Fachgesellschaften Mitglied der AWMF.
Die AWMF berät über grundsätzliche und fachübergreifende Angelegenheiten und Aufgaben, erarbeitet Empfehlungen und Resolutionen und vertritt diese gegenüber den damit befassten Institutionen, insbesondere auch im politischen Raum. Neben den - angesichts der zunehmenden Spezialisierung immer dringenderen - Aufgaben der inneren Zusammenarbeit will sie damit die Interessen der medizinischen Wissenschaft verstärkt nach außen zur Geltung bringen.
Die AWMF betreibt Öffentlichkeitsarbeit, bietet Dienstleistungen für die Medien und publiziert die Leitlinien für Diagnostik und Therapie ihrer Mitgliedsgesellschaften im Internet unter der Adresse http://www.awmf-leitlinien.de (alias: http://leitlinien.net).
Homepage: http://www.awmf.net

Absolute Risikoreduktion
siehe Risikoreduktion/Risikozunahme

Abweichen von Leitlinien-Empfehlungen
siehe Behandlungsfreiheit

Adaptation von Leitlinien
Bei der Entwicklung von Leitlinien ist die Nutzung vorhandener Leitlinien als Evidenzressource (Quellen aufbereiteter Evidenz = Sekundärliteratur) zu empfehlen, führt sie doch zu einer deutlichen Aufwandsreduzierung, insbesondere für Recherche und Bewertung der Einzelstudien. In diesem Fall wird von einer Leitlinien-Adaptation gesprochen.
Grundsätzlich können eine oder mehrere Leitlinien als Grundlage einer solchen Adaptation dienen. Die Evidenzbasierung der Leitlinien stellt dabei eines der wesentlichen Gütekriterien und eine Voraussetzung für deren Verwendung dar. Der Prozess der Adaptation sollte in standardisierter Weise erfolgen. Alle Arbeitsschritte und Arbeitsergebnisse sowie deren Begründungen sind, z. B. in Form eines Leitlinien-Reports, zu dokumentieren, um spätere Überarbeitungen zu erleichtern und die notwendige Transparenz gegenüber den Nutzern herzustellen.
Quelle:
siehe auch

Adequacy von Leitlinien/Studien
siehe Relevanz von Studien/Leitlinien

AkdÄ (Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft)
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) ist ein Fachausschuss der Bundesärztekammer. Die AkdÄ informiert die Ärzteschaft über rationale Arzneitherapie und Arzneimittelsicherheit, u. a. durch ihr Programm für evidenzbasierte Therapieempfehlungen (Leitlinien).
Die AkdÄ gehört neben den wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften zu den am Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien beteiligten Institutionen.
Homepage: http://www.akdae.de

Aktualisierung von Leitlinien
Leitlinien fassen das aktuelle Wissen zusammen und generieren daraus die Handlungsempfehlungen. Deshalb ist es notwendig, dass das enthaltene Wissen kontinuierlich auf seine Gültigkeit überprüft und ggf. auch kurzfristig aktualisiert wird.
Aus einer Leitlinie sollte klar hervorgehen
- wann die Empfehlungen ungültig werden,
- wer für die Pflege und Überarbeitung verantwortlich ist,
- wie auf Änderungen in der Leitlinie hingewiesen wird.
Quelle:
siehe auch

Algorithmus
Unter einem Algorithmus versteht man allgemein einen genau definierten Handlungsablauf zur Lösung eines Problems oder einer bestimmten Art von Problemen.
Für S3-Leitlinien (also auch für Nationale VersorgungsLeitlinien) gilt, dass die Logik von Schlüsselempfehlungen algorithmisch sein sollte: ausgehend von einer klar definierten Fragestellung wird eine Lösung mit konditionaler Logik (Wenn-Dann-Logik) in endlich vielen Schritten herbeigeführt (modifiziert nach [1]).
Zur Darstellung klinischer Algorithmen (s. z. B. Diagnostik bei COPD) werden von AWMF und ÄZQ bestimmte Standardelemente empfohlen [2].

Literatur:
[1] Sitter H, Goeckenjan H, Magnussen H. Der Weg zur ersten S3-Leitlinie in der Pneumologie. Pneumologie 2001; 55: 452-453
[2] Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (ÄZQ). Das Leitlinien-Manual von AWMF und ÄZQ. Z Arztl Fortbild Qualitatssich 2001;95 Suppl 1:1-84. Kapitel "Präsentation von Leitlinien"

Angemessenheit von Leitlinien
siehe Relevanz von Studien/Leitlinien

Anwendbarkeit von Leitlinien
Die Anwendung von Leitlinien kann durch eine Bewertung der Leitlinien-Nutzung und der Auswirkungen des Leitlinien-Einsatzes gefördert werden.
Dabei sind insbesondere die folgenden Aspekte zu beurteilen:
- die Übereinstimmung der Versorgung mit den Leitlinien-Empfehlungen, d. h. Überprüfung der Leitlinien-Anwendung in der Praxis,
- der individuelle Therapieerfolg, d. h. die individuelle Ergebnisqualität,
- die Auswirkungen der Leitlinie auf alle von der Leitlinie betroffenen Patienten in einer bestimmten Population, d. h. die populationsbezogenen Ergebnisse der Leitlinien-Anwendung.
Leitlinien können durch ihre Empfehlungen Veränderungen der Organisation der Kranken- und Gesundheitsversorgung in einer Einrichtung (Praxis, Klinik, Abteilung etc.), im Gesamtverbund aller Gesundheitseinrichtungen oder im Verhalten der medizinischen Leistungserbringer selbst notwendig machen.
Quelle:
siehe auch

Anwenderzielgruppe
Eine Leitlinie kommt bei bestimmten Gruppen direkt zur Anwendung, darüber hinaus können aber auch andere nicht unmittelbar adressierte ärztliche Gruppen und nichtärztliche Gruppen von Empfehlungen oder Vorgehensweisen betroffen sein oder die Leitlinie zur Information nutzen.
Um eine Entscheidung zur Nutzbarkeit der Leitlinie treffen zu können, sollten potenzielle Anwender eindeutig definiert werden, insbesondere, welche ärztlichen Fachgruppen aus ambulanter und stationärer Versorgung und ob nichtärztliches Personal (und andere Leistungserbringer), Patienten sowie Entscheidungsträger im gesundheitspolitischen Bereich zur Anwenderzielgruppe (z. B. bei Nutzung in der Leitlinie festgelegter Qualitätsvorgaben) gehören.
Zu unterscheiden von den oben beschriebenen Gruppen der Anwender sind die indirekt Betroffenen, die an den individuellen, auf den Empfehlungen der Leitlinie basierenden Entscheidungs- und Handlungsprozessen nicht beteiligt sind aber durch die Ergebnisse dieser Prozesse betroffen werden. So kann beispielsweise ein geändertes Verordnungsverhalten Auswirkungen auf die Pharmaindustrie oder Kostenträger haben.
Quelle:

Appraisal
siehe Critical Appraisal

Auswahl der Evidenz
siehe Evidenzauswahl bei Leitlinien

Autorisierte Leitlinien-Autoren
siehe Multidisziplinäre Entwicklung von Leitlinien

aezq (Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin)
Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (äzq), gegründet 1995, ist ein wissenschaftliches Institut in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.
Zweck des äzq ist die Unterstützung beider Trägerorganisationen im Bereich der Qualitätssicherung in der Medizin, der Patientensicherheit und Patienteninformation, der Evidenzbasierten Medizin, der medizinischen Leitlinien und Qualitätsindikatoren. Das äzq kooperiert auf dem Gebiet der Leitlinien mit der AWMF.
Beim äzq angesiedelt sind die Geschäftsstellen des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) und des Guidelines International Network (G-I-N) sowie die Schriftleitung der Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen (ZEFQ).
Homepage: http://www.aezq.de

ahrq (Agency for Healthcare Research and Quality)
Die Agency for Healthcare Research and Quality (USA) ist Träger folgender Programme:
Die ahrq ist Mitglied des Guidelines International Network.
Homepage: http://www.ahrq.gov

arr/ari
siehe Risikoreduktion/Risikozunahme

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