NVL-Implementierung
Dokumente zur NVL-Implementierung
- ÄZQ-Dokumente und Literatur zur Leitlinienimplementierung
- Internationale Dokumente zur Leitlinienimplementierung
- Handbuch zur Entwicklung regionaler Leitlinien, ÄZQ 2006
- Informationen des ÄZQ zu Klinischen Messgrößen
- Manual Patienteninformation, ÄZQ 2006
- NVL-Praxishilfen
Was bedeutet Leitlinien-Implementierung?
Die Wirksamkeit einer Leitlinie hängt wesentlich von Art und Umfang der Maßnahmen ab, die Verbreitung (Disseminierung) und Implementierung von Leitlinien zum Ziel haben.
Unter der Implementierung versteht man den Transfer von Handlungsempfehlungen in individuelles Handeln bzw. Verhalten von Ärzten, in anderen Gesundheitsberufen Tätigen, Patienten, Betroffenen usw.
Um diesen Transfer erfolgreich zu gestalten, müssen im Allgemeinen verschiedene, sich ergänzende Maßnahmen vorgenommen werden, die Ziel gerichtet auf die Problemfelder abgestimmt sind. Dabei handelt es sich um edukative, finanzielle, organisatorische und/oder regulatorische Strategien [Thorsen et al.1999].
Faktoren für die Implementierung von Leitlinien [LG Hessen, 2004]:

Implementierung durch regionale/lokale Adaptation
Nationalen Leitlinien fehlt häufig der Adressatenbezug: Praktizierende Ärzte akzeptieren Leitlinien, deren Empfehlungen keinen Bezug zur individuellen Situation des Berufsalltages haben, nur selten (siehe hierzu: Leitlinien in der Medizin. Anwendung, Einstellungen und Barrieren. Eine Befragung Berliner Hausärzte [Kunz 2005]).
Aus diesem Grund wird regionalen Institutionen (Arztpraxen, Praxisverbünden, Kliniken) die Erarbeitung eigener Leitlinien empfohlen. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Neuproduktion solcher dezentraler Leitlinien nur selten praktikabel ist. Der personelle und finanzielle Aufwand für eine umfassende, methodisch qualifizierte Recherche und Bewertung der Literatur sowie für die systematische Auswahl und Konsentierung der Leitlinienempfehlungen kann meistens nur durch große Versorgungseinheiten aufgebracht werden.
Als Alternative hat sich die Leitlinien-Adaptierung auf regionaler Ebene bewährt. Durch sogenanntes "Tailoring" werden nationale Leitlinien durch die betroffenen Leistungserbringer – mit Unterstützung von Methodikern – hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit auf regionaler Ebene begutachtet und gegebenenfalls angepasst.
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Siehe hierzu: Handbuch zur Entwicklung regionaler Leitlinien, ÄZQ 2006
Implementierung durch Qualitätsindikatoren
Die Evaluation von Leitlinien ist Voraussetzung dafür, dass ihr Ziel – die Sicherung oder Optimierung der Versorgungsqualität – auch erreicht werden kann. Hierfür ist die Anwendung von aus Leitlinien abgeleiteten klinischen Messgrößen (Qualtitätsindikatoren) hilfreich, mit denen Teilziele operationalisierbar werden. Nationale Versorgungsleitlinien werden künftig zu allen Themen Vorschläge für Qualitätsindikatoren-Sets enthalten, wie das bereits heute bei der NVL COPD der Fall ist.
- Siehe hierzu: Informationen des ÄZQ zu Klinischen Messgrößen
Implementierung durch Patienteninformationen
Medizinische Fachinformationen für Laien sollten im Kontext zu bestehenden ärztlichen Leitlinien stehen und den Ratsuchenden eine Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung während aller Phasen der medizinischen Betreuung (Diagnostik, Therapie, Nachbetreuung) geben. Die Informationen sollten valide Informationen auf der Basis der evidenzbasierten Medizin bieten. In diesem Zusammenhang sind Patienteninformationen erfolgreiche Instrumente der Leitlinienimplementierung.
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Siehe hierzu: Manual Patienteninformation, ÄZQ 2006
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