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NVL Asthma - 2. Auflage - Kommentare


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Hier finden Sie Kommentare und Erläuterungen zur 2. Auflage der NVL Asthma, die beim ÄZQ eingegangen sind.

Ihre Kommentare oder Stellungnahmen zu Kommentaren sind uns herzlich willkommen!
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Antwort - Hausarzt / Hessen am 10.12.2010

(…) die Antwort von Herrn Professor Buhl entkräftet nicht meine Argumente. Dabei ist es ganz einfach und bedarf keiner aufwändigen Recherche:

Auf den Seiten 108 und 109 der "NVL Asthma, 2. Auflage, Langfassung vom November 2010, Version 1.2" wird ein Nutzen von LTRA als add-on Therapie behauptet. Diese Behauptung ist aus mindestens zwei Gründen fehlerhaft:
1.) Bei der Erwähnung der IQWIG-Analyse (Auftrag A05-14) wird verschwiegen, dass die entsprechende Teilaussage nur "für die Kurzzeitbehandlung" gilt. Die im gleichen Gutachten gemachte Aussage, dass ein genereller "Zusatznutzen ... im Vergleich zu anderen additiven Therapieoptionen" nicht zu belegen ist wird in der NVL nicht erwähnt.
2.) Im an gleicher Stelle zitierten Review von S. Joos et al. ist zu lesen, dass die Kombination von LTRA plus ICS weniger effektiv ist als die Kombination von ß-Mimetikum plus ICS.

Ergo: LTRA können in der Langzeittherapie des Erwachsenen-Asthmas nicht empfohlen werden, denn für die Langzeitbehandlung ist kein Nutzen festzustellen und dort, wo LTRA möglicherweise einen (kurzfristigen) Nutzen erzielen, sind bessere Therapie-Alternativen vorhanden.

Antwort - Prof. Buhl / DGP 19.04.10

Aus dem Kommentar geht nicht klar hervor, ob der Kollege Montelukast als zu positiv oder zu negativ dargestellt empfindet. Ich habe daher zunächst eine eher allgemeine Stellungnahme verfasst.

Leukotrien-Antagonisten, in Deutschland ist nur der Leukotrien-Rezeptor-Antagonist Montelukast (Singulair) verfügbar, können prinzipiell zur Prophylaxe eines Anstrengungsasthmas, als Monotherapie bei leichtgradigem Asthma und als Kombinationspartner bei mittelgradigem und schwerem Asthma eingesetzt werden. Ihr Kommentar bezieht sich nicht auf den Stellenwert von Montelukast bei Anstrengungsasthma, so dass ich auf diesen Punkt nicht eingehen werde.

Die NVL Asthma empfiehlt Montelukast bei leichtgradigem Asthma als nachrangige Option in begründeten Fällen. Diese Einschätzung ist in Übereinstimmung mit praktisch allen relevanten nationalen und internationalen Asthma-Leitlinien. Kriterium der Nachrangigkeit war für die Verfasser der NVL Asthma, dass ein effektiveres Therapieprinzip verfügbar ist, oder dass das nachrangige Medikament einen im Verhältnis höheren Preis bei vergleichbarer Effektivität aufweist. Montelukast ist als Monotherapie bei leichtgradigem Asthma inhalierbaren Glukokortikoiden im Hinblick auf die Therapieeffektivität in allen Belangen deutlich und klinisch relevant unterlegen und ist zudem im Verhältnis zu inhalierbaren Glukokortikoiden deutlich teurer. Zudem ist Montelukast in Deutschland für Patienten, die älter als 15 Jahre sind, als Monotherapie bei Asthma nicht zugelassen. Auch als Kombinationspartner zu inhalierbaren Glukokortikoiden ist Montelukast gegenüber langwirksamen Beta-2-Sympatomimetika nachrangig. Vergleichsstudien belegen, dass die Kombination eines inhalierbaren Glukokortikoids mit einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum der Kombination aus einem inhalierbaren Glukokortikoid und Montelukast im Hinblick auf die Effektivität in allen Belangen überlegen ist. Diese Argumente begründen die Einstufung von Montelukast bei erwachsenen Asthma-Patienten. Im Kindesalter ist die Datenlage etwas vorteilhafter für Montelukast, so dass das Therapieprinzip im pädiatrischen Teil der NVL Asthma in der Position etwas weiter nach vorne gerückt ist. Ich darf abschließend darauf verweisen, dass diese Einschätzung von wenigen Nuancen abgesehen deckungsgleich mit der Bewertung von Montelukast durch das IQWIG ist.
Kommentar - Hausarzt / Hessen 15.12.09

"...die Empfehlungen zur Therapie mit Montelukast (...) sind nicht durch die angebenen neuen Literaturstellen zu begründen.

Exemplarisch möchte ich an der zitierten IQWiG-Analyse (274) zeigen, dass der Verweis auf diese Arbeit nicht zu den Schlussfolgerungen wie sie in der Leitlinie zu finden sind, führen kann: Die Therapie mit Montelukast führte zu mehr Exacerbationen und zu niedrigerer Lebensqualität und Therapiezufriedenheit. Im Fazit heißt es dann: "Ein Zusatznutzen (unter Abwägung von erwünschten und unerwünschten Effekten) von Montelukast im Vergleich zu anderen additiven Therapieoptionen (untersucht wurde ausschließlich Salmeterol) ist bei Jugendlichen und Erwachsenen mit leichtem bis mittelschwerem chronischen Asthma nicht belegt." Und Ducharme (275) führt aus, dass "this strategy [gemeint ist Addition von Montelukast zu ICS] cannot be recommended as a substitute for increasing the dose of inhaled glucocorticoids."

 

 

 

 

Kommentar - Pneumologe / NRW 24.10.09

Sie empfehlen als Statement:
Dosieraerosol mit Spacer: Langsame tiefe Inspiration über mehrere Atemzüge(dann Atem anhalten).

Ich halte das für wenig sinnvoll. Spacer haben sehr unterschiedliche Volumina, von > 500 ml (z. B. Volumatic)bis zu < 100 ml (Jetspacer). Nach einer vorausgegangenen, tiefen Exspiration werden auch betagte Erwachsene sicher Atemzugvolumina von > 500 ml generieren, auch die meisten Kinder. Kleine Kinder sollten möglichst kleinvolumige Inhalationshilfen benutzen. Es ist dann immer sinnvoll, nach dem 1. Atemzug, der sicher die meiste Mendikamentendosis nach endobronchial bringt, dann zur Deposition die Luft schon anzuhalten. Mehrere Atemzüge hintereinander ohne Pause führen eher zu einem Verlust der Medikation in der Exspiration. Besser kann der Patient noch ein 2. Mal das Manöver an der Inhalationshilfe wiederholen. Wiederholtes Einatmen aus der Inhalationshilfe führt über Verdünnung zur noch zu einem geringen weiteren Gewinn an Medikamentensubstanz.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zuletzt geändert: 27.01.2011
 

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