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Nationale Versorgungs-Leitlinie COPD


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H 15. Hintergrund und Evidenz: Qualitätsförderung und Qualitätsmanagement

Bei der Betreuung chronisch Kranker über Jahre und in bekannter Arzt-Patienten-Beziehung besteht die Gefahr impliziten oder expliziten Einverständnisses zwischen Arzt und Patient, keine – also auch nicht gebotene – Veränderungen am Behandlungskonzept mehr vorzunehmen. Bei den gleichzeitigen Veränderungen sowohl im Verlauf der Erkrankung als auch bei den Entwicklungen der Medizin über die Zeit kann es darüber zu einem Auseinanderklaffen des medizinisch Möglichen und des Realisierten kommen. Dies ist für viele chronische Krankheiten in zahlreichen Studien als Problem identifiziert worden.

Qualitätsmanagement hat daher insbesondere bei chronischen Krankheiten die Funktion, die an der Versorgung beteiligten Personen – einschließlich des Patienten – immer wieder einen Abgleich zwischen „Soll“ einer Versorgung und dem „Ist-Zustand“ vornehmen zu lassen. Dies geschieht mittels Qualitätsindikatoren. Hierzu führt der G-BA aus: „Qualitätsindikatoren sind spezifische und messbare Elemente der medizinischen Versorgung, die zur Einschätzung der Qualität für Ist-Analyse, Festlegung von Zielgrößen und Bestimmung des Grades der Zielerreichung genutzt werden können (...) Sie stellen den Versuch dar, das komplexe Handlungsgeschehen der Versorgung auf wenige Messgrößen zu reduzieren, die gezielt beeinfluss- oder steuerbar sind. Indikatoren sollten bestimmte Eigenschaften haben, z. B. sollten sie valide, evidenz-gestützt, praktikabel, kosteneffektiv, sensitiv gegenüber Veränderungen und beeinflussbar sein. Es geht bei der Interpretation ausdrücklich nicht um eine abschließende Beurteilung in „gute“ oder „schlechte“ Qualität.“ [342]

Qualitätsziel Qualitätsindikator 
Vermeidung notfallmäßiger Behandlungen.
  • Anteil der COPD-Patienten mit stationärer notfallmäßiger Behandlung der COPD in den letzten 12 Monaten, bezogen auf alle eingeschriebenen COPD-Patienten mit Darstellung der patientenbezogenen Häufigkeiten der stationären notfallmäßigen Behandlungen. 
  • Anteil der COPD-Patienten mit nichtstationärer notfallmäßiger Behandlung der COPD in den letzten 12 Monaten, bezogen auf alle eingeschriebenen COPD-Patienten mit Darstellung der patienten-bezogenen Häufigkeiten der nichtstationären notfallmäßigen Behandlungen. 
Erhöhung des Anteils von COPD-Patienten, die eine Empfehlung zum Tabakverzicht erhalten.
  • Anteil der rauchenden COPD-Patienten, bei denen im Dokumentationszeitraum eine Empfehlung zum Tabakverzicht gegeben wurde, bezogen auf die eingeschriebenen rauchenden COPD-Patienten. 
Reduktion des Anteils der rauchenden COPD-Patienten.
  • Anteil der rauchenden COPD-Patienten, bezogen auf alle eingeschriebenen COPD-Patienten. 
Erhöhung des Anteils von COPD-Patienten, die eine Unterweisung zur Inhalationstechnik erhalten.
  • Anteil der COPD-Patienten, bei denen die Inhalationstechnik überprüft wird, bezogen auf alle eingeschriebenen COPD-Patienten. 
Erhöhung des Anteils geschulter COPD-Patienten.
  • Anteil der COPD-Patienten, die an einer empfohlenen COPD-Schulung teilgenommen haben, bezogen auf alle COPD-Patienten, denen eine Schulung empfohlen wurde. 

Tabelle 15: Qualitätsziele und Qualitätsindikatoren bei Patienten mit COPD im Rahmen eines DMP

(Quelle: Beschluss des G-BA in der Besetzung nach §91 Abs. 4 SGB V vom 21.09.2004 für ein DMP Chronische obstruktive Atemwegserkrankungen. Begründung: Teil II COPD [342])

 

Zur Erreichung eines hohen Niveaus in der Versorgung dienen einerseits die Eckpunkte der vorliegenden Versorgungs-Leitlinie und andererseits deren möglichst strukturiert vorgenommene Umsetzung. Beides ist für die jeweiligen Betreuungsbereiche zu Teilen unterschiedlich, es sind aber bestimmbare Größen.

Für den Bereich hausärztlicher Versorgung beinhaltet eine solche strukturierte Umsetzung für den „regelhaften Arztbesuch“, also den, der nicht aufgrund von Problemen zustande kommt, die „Abarbeitung“ der folgenden Punkte:

  • Klärung des subjektiven Befindens des Patienten;
  • Untersuchungsbefund in Bezug auf die Lunge;
  • Klärung, ob zwischenzeitlich Verschlechterungen aufgetreten sind und wie damit umgegangen wurde, ob Krankenhausaufnahmen erfolgten etc;
  • gegenwärtige Medikation und deren Fortsetzung;
  • Nachfragen zum Raucherstatus bzw. Erfragen, was zur Verbesserung in diesem Bereich erreicht ist.
  • Erfragen, ob sich für den Patienten bisher nicht angesprochene Fragen oder Probleme ergeben haben.

Weiterhin:

  • ggf. Lungenfunktionsmessung;
  • ggf. Nachfragen zum Wissen um Maßnahmen bei Verschlechterungen der Lungenfunktion, Infekten etc;
  • zumindest in den ersten Jahren: Prüfung, ob die Inhalationstechnik beherrscht wird.
Zuletzt geändert: 21.12.2006
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