6. Anamnese und allgemeine Diagnostik (körperliche Untersuchung)
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Anamnese |
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6-1 |
Bei jedem Patientenkontakt zur Diabeteskontrolle bzw. mindestens einmal jährlich sollte eine Anamnese erhoben werden. |
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Die bei der Anamnese zu erfassenden Parameter ermöglichen eine Risikoeinschätzung und sollen mindestens folgende Aspekte umfassen:
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Häufigkeit der Selbstkontrolle und Pflege der Füße durch den Patienten;
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Operationen (insbesondere mit Bezug zu Angiopathien);
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neue oder veränderte
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Fußläsionen (floride oder abgeheilt),
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Neuropathiesymptome,
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Symptome einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit,
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Fußfehlstellungen,
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Gelenkbeschwerden.
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| Untersuchung | ||
| 6-2 |
Die klinische Untersuchung der Beine und Füße soll beidseits und seitenvergleichend erfolgen. |
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6-3 |
Hauptaufgabe der Untersuchung ist
Temperaturunterschiede der Extremitäten, Hautturgor und Schweißbildung sollten ebenfalls erfasst werden. |
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6-4 |
Die Symptome der Neuropathie lassen sich mit Hilfe des Neuropathie-Symptom-Score (NSS) erfassen und dokumentieren. Weiterführende Details zur Neuropathie werden in einem gesonderten Kapitel „Neuropathie“ der NVL abgehandelt und sind nicht Gegenstand dieses Kapitels. |
Statement |
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6-5 |
Bei der Inspektion sollte der Hautstatus (Integrität, trophische Störungen, Farbe) erfasst werden. Orientierend sollten bei der Untersuchung die Muskelfunktion und die Gelenkfunktion erfasst werden. |
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6-6 |
Nach Hyperkeratosen, Nagelerkrankungen und Fußdeformitäten sollte gesucht werden. |
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| 6-7 | Die Befunderhebung sollte dokumentiert werden. |
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Die Klassifikation nach Wagner ermöglicht eine Einteilung der Untersuchungsbefunde in die Grade 0 bis 5 und eine an den Graden orientierte Therapie.
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0 |
keine Läsion, ggf. Fußdeformation oder Zellulitis |
| 1 |
oberflächliche Ulzeration |
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2 |
tiefes Ulkus bis zur Gelenkkapsel, zu Sehnen oder Knochen |
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3 |
tiefes Ulkus mit Abszedierung, Osteomyelitis, Infektion der Gelenkkapsel |
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4 |
begrenzte Nekrose im Vorfuß- oder Fersenbereich |
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5 |
Nekrose des gesamten Fußes |
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6-8 |
Akute Veränderungen an Haut, Weichteilen oder Gelenken mit oder ohne Trauma sind hinweisend für eine schwere Komplikation. Daher soll in solchen Fällen eine Infektion oder eine diabetische Neuroosteoarthropathie (DNOAP) ausgeschlossen werden. Hinweisend auf eine Infektion ist das Vorliegen einer Hautläsion (Eintrittspforte), nach der gesucht werden muss. |
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6-9 |
Bei Verdacht auf eine diabetische Neuroosteoarthropathie (DNOAP) soll umgehend eine Immobilisierung und weiterführende Diagnostik veranlasst werden. |
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Verdachtsmomente für eine DNOAP sind:
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Weiterführende diagnostische Maßnahmen bei V. a. DNOAP finden Sie im Kapitel 7.
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