5. Allgemeine Behandlunsstrategie und Prävention von Fußläsionen
Die allgemeine Behandlungsstrategie umfasst grundlegende Maßnahmen der Diagnostik und Prävention. Eine Risikostratifizierung gemäß den Angaben dieses Kapitels und der Tabelle 3 ermöglicht dabei die orientierende Planung der Wiedereinbestellungszeitpunkte.
Die allgemeine Behandlungsstrategie umfasst Maßnahmen
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der Selbstuntersuchung des Patienten;
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der regelmäßigen ärztlichen Untersuchung;
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der Risikoklassifizierung;
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der Schulung sowie
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der Prävention.
Weiterführende Details zu den hier dargelegten Inhalten sind in den folgenden Kapiteln ausführlich dargelegt.
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5-1 |
Folgende Maßnahmen dienen der Vorbeugung möglicher diabetischer Fußkomplikationen:
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Statement |
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5-2 |
Bei Diabetikern sind regelmäßige Untersuchungen – mindestens einmal jährlich – der Füße, Strümpfe* und Schuhe* durchzuführen. Durch die Diabetiker selber sind regelmäßige Selbstuntersuchungen der Füße und Schuhe durchzuführen. Die Einhaltung der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen kann durch explizite Kontaktaufnahme mit dem Patienten (Recall-System) sichergestellt werden. |
Statement |
* Hierbei sollten alle Strukturen beachtet werden, die Druck ausüben können oder einschnüren können, wie z. B. Nähte in Strümpfen oder Innennähte in Schuhen bzw. eng anliegende Schuhteile.
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5-3 |
Anhand der erhobenen Befunde sollen die Patienten gemäß dem unten angeführten Schema (s. Tabelle 3) Risikoklassen zugeordnet werden. Die Intervalle der Kontrolluntersuchungen, ggf. erforderliche weiterführende Diagnostik und spezielle Präventionsmaßnahmen richten sich nach dem individuellen Risiko. |
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Kategorie |
Befunde |
Untersuchungen |
Risikoeinstufung |
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0 |
keine sensorische Neuropathie |
1 x jährlich |
Niedriges Risiko |
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1 |
sensorische Neuropathie |
1 x alle 6 Monate |
Erhöhtes Risiko |
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2 |
sensorische Neuropathie und Zeichen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und/oder Fußdeformitäten |
1 x alle 3 Monate |
Erhöhtes Risiko |
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3 |
früheres Ulkus |
1 x alle 1 bis 3 Monate |
Hohes Risiko |
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5-4 |
Es sollte eine Schulung von Patienten, Familienengehörigen und der an der Behandlung Beteiligten in Bezug
erfolgen. |
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| Zur Prävention von Fußläsionen sollte bei Diabetikern mit erhöhtem Risiko für Fußkomplikationen eine regelmäßige podologische Untersuchung und ggf. Behandlung erwogen werden. |
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| Geeignetes Schuhwerk (Hausschuhe und Straßenschuhe) sollte, dem individuellen Risikostatus des Patienten entsprechend, gemäß Tabelle 4 verordnet werden. |
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5-7 |
Bei mit stadiengerechtem protektiven Schuhwerk versorgten Patienten ist eine regelmäßige Kontrolle der Schuhe und Füße unerlässlich. | Statement |
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Verordnungsklasse |
Erläuterung | Regelversorgung | |
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0 |
Diabetes mellitus ohnePNP/pAVK |
Aufklärung und Beratung |
fußgerechte Konfektionsschuhe |
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I |
wie 0, mit Fußdeformität |
höheres Risiko bei späterem Auftreten einer PNP/pAVK |
orthopädieschuhtechnische Versorgung aufgrund orthopädischer Indikation |
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II |
Diabetes mellitus mitSensibilitätsverlust durch PNP/relevante pAVK |
PNP mit Sensibilitätsverlust, pAVK |
Diabetesschutzschuh mit herausnehmbarer konfektionierter Weichpolstersohle, ggf. mit orth. SchuhzurichtungHöherversorgung mit DAF (diabetes-adaptierter Fußbettung) oder orth. Maßschuhen bei Fußproportionen die nach einem konfektionierten Leisten nicht zu versorgen sind, Fußdeformität, die zu lokaler Druckerhöhung führt, fehlgeschlagener adäquater Vorversorgung, orthopädischen Indikationen |
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III |
Z. n. plantarem Ulkus |
deutlich erhöhtes Ulkusrezidiv-Risiko gegenüber Gr. II |
Diabetesschutzschuh i.d.R. mit diabetes-adaptierter Fußbettung, ggf. mit orth. SchuhzurichtungHöherversorgung mit orth. Maßschuhen bei Fußproportionen die nach einem konfektionierten Leisten nicht zu versorgen sind, fehlgeschlagener adäquater Vorversorgung, orthopädischen Indikationen |
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IV |
wie II mit Deformitäten bzw. Dysproportionen |
nicht nach konfektioniertem Leisten zu versorgen |
orth. Maßschuhe mit DAF |
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V |
diabetische Neuroosteo-arthropathie (DNOAP, Sanders-TypII-V, LEVIN-Stadium III) |
Orthesen i.d.R bei DNOAP Sanders-Typ IV-V oder bei starker Lotabweichung |
knöchelübergreifende orth. Maßschuhe mit DAF, Innenschuhe, Orthesen |
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VI |
Wie II mit Fußteilamputation |
mindestens transmetatarsale Amputation, auch als innere Amputation |
Versorgung wie IV plus Prothesen |
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VII |
akute Läsion/floride DNOAP |
stets als temporäre Versorgung |
Entlastungsschuhe, Verbandsschuhe, Interimsschuhe, Orthesen, Vollkontakt-Gips (TCC) ggf. mit DAF und orth. Zurichtungen |
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