8. Therapeutische Maßnahmen
Die Therapie erstreckt sich auf die Behandlung der zugrunde liegenden krankhaften Veränderungen und sollte die nachstehend beschriebenen Maßnahmen umfassen.
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Behandlung von Druckstellen und Ulzera und Behandlung von Infektionen |
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Druckentlastung |
8-1 und 8-2 |
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Debridement |
8-3 |
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Wundbehandlung |
8-4 |
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Infektionsbehandlung |
8-5 - 8-8 |
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Behandlung der pAVK |
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konservative Maßnahmen |
8-9 |
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Behandlung der diabetischen Neuroosteoarthropathie (DNOAP) |
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Behandlung der DNOAP |
8-10 und 8-11 |
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Rehabilitationsmaßnahmen/Physikalische Therapie |
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Rehabilitation |
8-12 und 8-13 |
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Physikalische Therapie |
8-14 |
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weitere therapeutische Maßnahmen |
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Podologie |
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Schuhversorgung |
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| Behandlung der Polyneuropathie siehe gesondertes Modul „Neuropathie“ |
Behandlung von Druckstellen und Ulzera und Behandlung von Infektionen
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8-1 |
Eine vollständige Entlastung jeder Läsion soll gewährleistet werden. |
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8-2 |
Dabei kommen die Verordnung und Anwendung von:
zum Einsatz. |
Statement |
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8-3 |
Primär soll beim diabetischen Fußulkus ein Debridement avitaler Gewebeanteile erfolgen. Vorhandene Taschenbildungen und Unterminierungen sollen entfernt werden. |
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8-4 |
Außer bei Vorliegen einer trockenen Nekrose sollte eine lokale Wundbehandlung durchgeführt werden. Die Wundoberfläche ist bei jedem Verbandswechsel zu reinigen. |
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Die Auswahl der Wundauflage sollte im individuellen Fall anhand
- des vorliegenden Wundheilungsstadiums;
- der Exsudatmenge;
- dem Vorliegen oder Fehlen von Infektionszeichen;
- dem Vorliegen eines regelhaften oder pathologischen Heilungsverlaufes sowie
- anhand von Kosten-Effektivitäts-Kriterien
getroffen werden.
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8-5 |
Eine klinische nicht infizierte Wunde sollte nicht mit Antibiotika behandelt werden. |
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8-6 |
Bei Patienten mit milden Infektionen sollte eine Antibiotikabehandlung unter Berücksichtigung individueller Risiken erwogen werden. |
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8-7 |
Bei Patienten mit moderater oder schwerer Infektion soll eine Antibiotikabehandlung erfolgen. Bei Verdacht auf eine schwere Infektion soll die Antibiotikabehandlung intravenös begonnen werden. |
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8-8 |
Bei konservativ nicht zur Abheilung zu bringenden Ulzera sollte der Einsatz plastisch-rekonstruktiver Verfahren erwogen werden. |
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Die Zuordnung zur jeweiligen Versorgungsstufe in Abhängigkeit vom jeweiligen Schweregrad der Fußkomplikationen ist im Kapitel 10 dargelegt.
| klinische Manifestierung der Infektion |
Infektions-schwere |
PEDIS Grad |
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Wunde ohne Eiterung oder Anzeichen von Entzündung. |
nicht infiziert |
1 |
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Vorhandensein von ³ 2 Entzündungszeichen (Eiterung, Rötung, (Druck-) Schmerz, Überwärmung oder Verhärtung), aber jedes Entzündungszeichen £ 2 cm um das Ulkus, Infektion ist auf die Haut oder das oberflächliche subkutane Gewebe beschränkt; keine anderen örtlichen Komplikationen oder systemische Erkrankung. |
leicht |
2 |
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Infektion (wie oben) bei einem Patienten, der systemisch gesund und Stoffwechselstabil ist, aber ³ 1 der folgenden Charakteristiken aufweist: Entzündungszeichen erstrecken sich > 2 cm um das Ulkus, Lymphangitis, Ausbreitung unter die oberflächliche Faszie, Abszess im tiefen Gewebe, Gangrän und Betroffensein von Muskel, Sehne, Gelenk oder Knochen. |
moderat |
3 |
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Infektion bei einem Patienten mit systemischen Infektionszeichen oder instabilem Kreislauf (z. B. Fieber, Schüttelfrost, Tachykardie, Hypotonie, Verwirrtheit, Erbrechen, Leukozytose, Azidose, schwere Hyperglykämie oder Azotämie). |
schwer |
4 |
Anmerkung. Das Vorhandensein einer kritischen Ischämie verschiebt den Schweregrad der Infektion (im Hinblick auf die Prognose) in Richtung „schwer“, kann jedoch die klinischen Zeichen der Infektion abmindern. PEDIS, „Perfusion“ (Perfusion), „Extent/Size“ (Ausmaß/Größe), „Depth/tissue loss“ (Tiefe/Gewebeverlust), „Infection“ (Infektion) und „Sensation“ (Sinnesempfindung).
Behandlung der pAVK
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8-9 |
Die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit einer Revaskularisation soll bei Vorliegen einer relevanten pAVK konsequent überprüft werden. Dabei sind das Stadium der AVK sowie individuelle Risiken und persönliche Präferenzen des Patienten zu berücksichtigen. |
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Behandlung der diabetischen Neuroosteoarthropathie (DNOAP)
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8-10 |
Bei diabetischer Neuroosteoarthropathie (DNOAP) soll die Behandlung durch vollständige Druckentlastung und Ruhigstellung des betroffenen Fußes eingeleitet werden. |
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8-11 |
Eine Belastung sollte erst erfolgen, wenn sich die klinischen Zeichen normalisiert haben und eine knöcherne Stabilisierung nachzuweisen ist. |
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Rehabilitationsmaßnahmen/Physikalische Therapie
Rehabilitationsmaßnahmen
Zielstellungen der Rehabilitation sind:
- die Verkürzung des akutstationären Aufenthaltes;
- die Sicherung der Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL);
- die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit und
- die Reintegration in das bisherige Leben.
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8-12 |
Rehabilitationsmaßnahmen können bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom im Rahmen einer Anschlußrehabilitation („AHB“) sinnvoll sein. |
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8-13 |
Die Einordnung der Rehabilitationsmaßnahmen in integrierte Behandlungskonzepte kann für die Sicherung des Übergangs von der akutstationären über die rehabilitative Behandlung hin zu Betreuung im ambulanten Bereich sinnvoll sein. |
Statement |
Physikalische Therapie
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8-14 |
Ein Gehtraining sollte bei angioneuropathischem diabetischen Fuß mit Ulcera nicht bzw. nur mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden, da das wichtigste Therapieprinzip die Entlastung des Fußes ist. |
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Weitere therapeutische Maßnahmen
Podologie s. Empfehlung 5-5
Schuhversorgung s. Empfehlung 5-6
Behandlung der Polyneuropathie
s. gesondertes Modul „diabetische Neuropathie“ der NVL
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