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10. Versorgungs-Management, Schnittstellen


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[Hintergrund und Evidenz]

Aufgrund der komplexen Zusammenhänge der Entstehung, der Therapie und der Prävention von Fußkomplikationen bei Diabetikern erscheint die Notwendigkeit einer Teambetreuung sinnvoll.

Dabei soll die Vernetzung aller, die an der Behandlung von Fußkomplikationen beteiligt sind, gewährleistet sein.

Entscheidend für den Erfolg eines Systems der verteilten Versorgung und geteilten Verantwortung (shared care) ist die erfolgreiche Kommunikation und die Umsetzung von Prozessplänen.

 

10-1

Bei Diabetikern mit erhöhtem (IWGDF Risikoklassen 1-2) und hohem Risiko für Fußkomplikationen (IWGDF Risikoklassen 3) sollen mindestens halbjährlich

  • Fußkontrollen;
  • Kontrollen des Gefäßstatus;
  • die Organisation der Fußschulung;
  • die protektive podologische Behandlung;
  • die stadiengerechte Schuhversorgung und (falls erforderlich)
  • die Versorgung mit Orthesen oder Prothesen ggf. in einem spezialisierten ambulanten Zentrum

erfolgen.

Die regelmäßige Fußkontrolle mit Wiedereinbestellung (Recallsystem) soll durch den behandelnden Primärarzt sichergestellt werden.

Empfehlungsgrad A

 

10-2 

Bei Vorliegen von akuten, unkomplizierten Fußläsionen (Wagner-Armstrong-Stadien 1 A/B und 2 A) kann bei Patienten ohne klassische Risikofaktoren (traumatische Verletzung) die Vorstellung in einem ambulanten spezialisierten Zentrum erwogen werden.

Bei Patienten mit Neuropathie oder Fußdeformitäten sollte die Vorstellung in einem ambulanten spezialisierten Zentrum sichergestellt werden.

Die Behandler sollten gemeinsam eine engmaschige Wundbehandlung und Befundkontrolle organisieren.

Nach Abheilung der Läsion erfolgt die Weiterbetreuung wie in
10-1 beschrieben.

Empfehlungsgrad 0

Empfehlungsgrad B

Empfehlungsgrad B

 

 

10-3

Bei Vorliegen akuter, komplexer Fußläsionen (Wagner-Stadien 2 bis 5 und/oder Arm-strong Grade B/C/D) sollte die Vorstellung in einem spezialisierten Zentrum mit an-geschlossener stationärer Versorgungsmöglichkeit erfolgen.

Bereits während der stationären Behandlung sollte in enger Kooperation mit dem Primärarzt die Weiterbetreuung durch eine spezialisierte ambulante Fußbehandlungseinrichtung und/oder eine spezialisierte Rehabilitationseinrichtung individuell festgelegt werden.

Empfehlungsgrad B

 

10-4

Bei Verdacht auf eine diabetische Neuroosteoarthropathie (DNOAP) soll umgehend eine Vorstellung in einer spezialisierten Einrichtung erfolgen, die im Umgang mit einer DNOAP vertraut ist.

Empfehlungsgrad A

Patienten mit DNOAP sollten dauerhaft durch eine spezialisierte ambulante Fußbehandlungseinrichtung nachbetreut werden.

Empfehlungsgrad B

 

Tabelle 10: Zuordnung der Versorgungsbereiche zu den Schweregraden der Fußbefunde

Wagner-Grad ¢

0

¤ Armstrong-Stadium

A keine Infektion, keine Ischämie

10-1

10-1

10-2

10-3/10-4

B Infektion

10-1

10-2

10-3/

10-4

C Ischämie

10-1

D Infektion + Ischämie

10-2

10-3/10-4

Die Farbkodierung in der obigen Tabelle ordnet den verschiedenen Kombinationen aus Stadien und Schweregraden Versorgungsstufen zu. Die Nummern in den jeweiligen Farbbereichen verweisen auf die jeweiligen Abschnitte im Kapitel „Versorgungskoordination/Schnittstellen“.

10-1  

Bereich der Grundversorgung

10-2

Bereich der problembezogenen Versorgung (z. B. ambulante Fußbehandlungseinrichtung)

10-3/10-4

Bereich der Kompetenzzentren oder vergleichbarer Einrichtungen (z. B. stationäre Behandlung)

Zuletzt geändert: 16.02.2010
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