II. Zielsetzung, Adressaten, Anwendungsbereich
Zielsetzung und Anwendungsbereich
Die hohe Prävalenz und Inzidenz von Fußkomplikationen bei Typ-2-Diabetikern sowie eine große Variationsbreite in der Versorgungsqualität verlangen verstärkte Bemühungen um die Optimierung der Versorgung von Patienten mit Fußkomplikationen bei Typ-2-Diabetes. Hierzu gehören verlässliche Definitionen des Notwendigen und Angemessenen in Prävention, Diagnostik und Therapie. Dieses entspricht dem Ziel der NVL Typ-2-Diabetes „Präventions- und Behandlungsstrategien für Fußkomplikationen“.
Auf diesem Weg sollen die Qualität der Versorgung verbessert und die Stellung des Patienten gestärkt werden. Zudem kann die Berücksichtigung der Empfehlungen zu einer Effizienzsteigerung und damit zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen beitragen [4].
Konkret erhoffen sich die Autoren und Herausgeber der Nationalen VersorgungsLeitlinie die breite Berücksichtigung der Empfehlungen zu folgenden Punkten:
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die Steigerung der Rate von regelmäßigen Untersuchungen der Füße und Extremitäten sowie die damit verbundene Erfassung von Risikofaktoren, die zu Fußkomplikationen führen können;
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die Ausschöpfung präventiver und therapeutischer Möglichkeiten, die den Heilungsverlauf von Fußläsionen optimieren können;
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die Ausschöpfung diagnostischer Möglichkeiten in ggf. auch bereichsübergreifenden Behandlungsteams, um alle Behandlungsmöglichkeiten insbesondere vor Minor- oder Majoramputationen sorgfältig abgewogen zu haben;
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eine Optimierung des Informationsflusses zwischen den Versorgungsbereichen und an den Schnittstellen der Versorgung durch optimierte Befundübermittlungen;
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insgesamt eine Erhöhung des Risikobewusstseins von Diabetikern für Fußkomplikationen.
Dabei nimmt die Leitlinie unter anderem zu folgenden Fragen Stellung:
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Wie kann der Patient für eine möglichst frühe Entdeckung vorhandener Risikofaktoren sorgen?
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In welchen Abständen sollte der Patient hausärztlich untersucht werden?
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Welche effektiven Untersuchungsmethoden gibt es, um zuverlässig, schnell und kostengünstig zu Risikoeinschätzungen zu kommen?
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Welche Risikofaktoren kann der Patient selber beeinflussen, auf die Beseitigung welcher Risikofaktoren sollten die betreuenden Ärzte hinweisen?
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Welche Möglichkeiten der Diagnoseoptimierung gibt es?
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Welche Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung?
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Wie lässt sich das Management zwischen den Versorgungsebenen und -bereichen optimieren?
Adressaten
Die Empfehlungen Nationaler VersorgungsLeitlinien richten sich
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vorrangig an Ärztinnen und Ärzte aller Versorgungsbereiche;
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an die Kooperationspartner der Ärzteschaft (z. B. Fachberufe im Gesundheitswesen, Kostenträger);
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an betroffene Patienten und ihr persönliches Umfeld (z. B. Partner), und zwar unter Nutzung von speziellen Patienteninformationen;
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an die Öffentlichkeit zur Information über gute medizinische Vorgehensweise.
NVL richten sich weiterhin explizit
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an die Herausgeber von „Strukturierten Behandlungsprogrammen“, da sie als deren Grundlage bei der Erstellung von zukünftigen „Strukturierten Behandlungsprogrammen“ dienen, sowie
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an die medizinischen wissenschaftlichen Fachgesellschaften und andere Herausgeber von Leitlinien, deren Leitlinien ihrerseits die Grundlage für die NVL bilden.
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