5. Prognose und Risikostratifizierung bei KHK
[Hintergrund und Evidenz]
Entscheidungshilfe: Prognose bei stabiler KHK
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- Das unten genannte Instrument zur Prognoseabschätzung wurde an über 3000 Patienten entwickelt (58 % Männer, 42 % Frauen), die wegen neu aufgetretener stabiler Angina Pectoris an eines von 156 kardiologischen Zentren bzw. Praxen in Europa überwiesen und ein Jahr später nachuntersucht wurden.
- Die einzelnen Risikofaktoren (linke Tabelle) erhalten Punktwerte gemäß ihrer prognostischen Relevanz.
- Die resultierende Punktsumme (rechte Tabelle) bezieht sich auf das Risiko von Tod jeder Ursache oder nicht-tödlichen Myokardinfarkt innerhalb des nächsten Jahres.
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Tabelle 6: Risikofaktoren mit Gewichtung als Punktwert gemäß ihrer prognostischen Relevanz
| Risikofaktor |
Punkte |
| Komorbidität (1) |
| Nein |
0
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| Ja |
9
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| Diabetes mellitus |
| Nein |
0
|
| Ja |
6
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| Stärke der Angina pectoris (AP) (2) |
| I – normale Aktivität ohne Einschränkungen |
0
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| II – normale Aktivität leicht eingeschränkt |
5
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| III – normale Aktivität stark eingeschränkt |
9
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| Dauer der Beschwerden (3) |
| ≥6 Monate |
0
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| <6 Monate |
8
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| Ruhe-EKG: ST-Senkung oder T-Negativierung |
| Nein |
0
|
| Ja |
3
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| Linksventrikuläre Dysfunktion (Echo) |
| Nein |
0
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| Ja |
11
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Tabelle 7: Umrechnung der Punkte in die relative Wahrscheinlichkeit für Tod oder nicht-tödlichen Herzinfarkt (MI) im nächsten Jahr
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Punkt-Summe
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Relative Wahrscheinlichkeit für Tod oder MI [%]
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0-10
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1
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11-20
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2.5
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21-25
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5
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26-30
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9
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31-35
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14
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36-40
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23
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41-45
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35
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= 46
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45
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Modifiziert nach Daly CA et al. Predicting prognosis in stable angina – results from the Euro heart survey of stable angina: prospective observational study. BMJ 2006; 332:262-7
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Erläuterungen: (1) Komorbidität: Eine oder mehrere der folgenden Erkrankungen: zerebrovaskuläre Erkrankungen, chronische Lebererkrankungen, manifeste pAVK, chronische Niereninsuffizienz, chronische obstruktive Lungenerkrankung, chronisch-entzündliche Erkrankung (rheumatoide Arthritis, SLE oder Misch-Kollagenose, Polymyalgia rheumatica usw.), Malignom (derzeit aktiv oder im letzten Jahr diagnostiziert) (2) Stärke der Beschwerden (kanadische AP-Klassifikation): I: normale Aktivität (z.B. Treppen steigen) verursacht keine Beschwerden, AP nur bei sehr starker, rascher oder ausgedehnter Aktivität II: AP bei schnellen Gehen, Treppensteigen oder Steigungen, bzw. Gehen/ Treppensteigen nach Mahlzeiten, in Kälte, bei Wind oder unter emotionaler Belastung. III: AP bei ein bis zwei Häuserblöcken (eben) oder einer Treppe (halbes Stockwerk) (3) Dauer der Beschwerden - beachte: je länger desto günstiger die Prognose
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Zuletzt geändert:
12.04.2011