13. Rehabilitation
[Hintergrund und Evidenz]
Definition und Phasen der Rehabilitation
Phase II der Rehabilitation (AHB; AR)
Reha-Inhalte
Phase III der Rehabilitation (Langzeitbehandlung)
Definition und Phasen der Rehabilitation
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Definition und Zielsetzung
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| Die kardiologische Rehabilitation ist der Prozess, bei dem herzkranke Patienten mit Hilfe eines multidisziplinären Teams darin unterstützt werden, die individuell bestmögliche physische und psychische Gesundheit sowie soziale Integration wieder zu erlangen und langfristig aufrecht zu erhalten. |
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13-1 Die kardiologische Rehabilitation soll ein integraler Bestandteil einer am langfristigen Erfolg orientierten, umfassenden Versorgung von Herzpatienten sein.
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13-2 Individuell angepasste Trainingsprogramme sollen die Grundlage der kardiologischen Rehabilitation bilden. |

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Phasen
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Phase I umfasst die Frühmobilisation der Patienten bereits im Krankenhaus.
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| Phase II umfasst die Rehabilitation (ambulant oder stationär), die unmittelbar nach Abschluss der stationären Akutbehandlung erfolgt (Anschlussheilbehandlung (AHB), Anschlussrehabilitation (AR)). |
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13-3 Phase III sollte als lebenslange Nachsorge und Betreuung am Wohnort in der Regel von niedergelassenen Ärzten ggf. in Verbindung mit ambulanten Herzgruppen geleistet werden.
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Phase II der Rehabilitation (AHB; AR)
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Reha-Schnittstellenmanagement
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Nach akutem Koronarsyndrom (ACS) oder Bypass-Operation mit unkompliziertem Verlauf kann die Phase II-Rehabilitation ohne zusätzliches Risiko bereits nach einer Woche begonnen werden.
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| Es wird empfohlen, den Übergang von Phase I in Phase II ohne Unterbrechung der Behandlungskette zu gewährleisten. |
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13-4 Die Entscheidung, ob die Phase II-Rehabilitation ambulant oder stationär erfolgt, sollte medizinische und psychosoziale Gesichtspunkten den Wunsch des Patienten und die Verfügbarkeit von geeigneten Rehabilitationseinrichtungen berücksichtigen.
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Reha-Indikationen
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| Die Durchführung einer multidisziplinären Rehabilitation |
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13-5
- soll nach ST-Hebungsinfarkt empfohlen werden.
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13-6
- sollte auch nach einem Nicht-ST-Hebungsinfarkt (Non-STEMI) empfohlen werden.
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13-7
- soll nach koronarer Bypass-Operation (auch in Kombination mit Klappenoperation) empfohlen werden.
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13-8
- sollte in ausgewählten Fällen nach elektiver PCI empfohlen werden
- bei ausgeprägtem Risikoprofil,
- bei besonderem Schulungsbedarf,
- bei Compliance-Problemen.
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Reha-Inhalte
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Die Inhalte der multidisziplinären kardiologischen Rehabilitation umfassen im Wesentlichen vier Bereiche:
- somatischer Bereich;
- edukativer Bereich;
- psychologischer Bereich;
- sozialer Bereich.
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Somatischer Bereich
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13-9 Zu den Aufgaben der Phase II-Rehabilitation soll die Risikostratifizierung, medizinische Überwachung, Betreuung und Mobilisierung der Patienten, die Optimierung der medikamentösen Therapie und die Umsetzung oder Intensivierung der Maßnahmen zur Sekundärprävention (einschließlich körperlichem Training) gehören.
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Edukativer Bereich
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| Neben der Vermittlung von Grundlagen zum Verständnis der KHK, ihrer Folgen und Therapiemöglichkeiten werden folgende Programme und Schulungsinhalte nach Verfügbarkeit und individuellem Bedarf empfohlen: |
- Hilfe und psychologische Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung sowie Motivation zur Mitwirkung und Eigenverantwortlichkeit bei den therapeutischen Maßnamen.
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- Prävention, Erkennung und Behandlung von Risikofaktoren und Risikoerkrankungen.
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- Bestandteil und Bedeutung eines gesundheitlich günstigen Lebensstils (z. B. gesunde Ernährung, individuell angepasstes körperliches Training).
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- Verhaltenstherapeutisch fundierte Schulungsprogramme für Übergewichtige und Raucher.
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- Stressbewältigung und/oder Entspannungstraining.
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- Spezielle Schulungen nach individueller Indikation (Blutzuckerselbstkontrolle, Blutdruckselbstkontrolle, INR-Selbstkontrolle).
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13-10 Auch Angehörige betroffener Patienten sollen in die Beratungen und Schulungen einbezogen werden, wobei deren spezielle Problematik berücksichtigt werden soll (Partnerprobleme, sexuelle Probleme, Lebensbewältigung).
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Psychologischer Bereich
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Zu Beginn einer kardiologischen Rehabilitationsmaßnahme wird ein validiertes psychologisches/psychiatrisches Screening empfohlen.
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| Psychologische und psychoedukative Maßnahmen sind fester Bestandteil einer multidisziplinären Rehabilitation. |
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13-11 Bei schweren oder zeitlich andauernden Depressionen sollte eine adäquate Diagnostik und Therapie eingeleitet werden.
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Sozialer Bereich
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13-12 In der kardiologischen Rehabilitation sollte eine bedarfsgerechte, individuelle soziale Beratung und Unterstützung des Patienten bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung erfolgen. Dabei sollte die enge Kooperation mit den nachsorgenden Hausärzten, Betriebsärzten sowie ambulanten sozialen Einrichtungen (ältere Patienten) sowie Kostenträgern empfohlen werden. |

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Phase III der Rehabilitation (Langzeitbehandlung)
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Bei allen Patienten mit KHK werden regelmäßige Kontrollen der Risikofaktoren sowie kontinuierliche und individuelle Beratung in Bezug auf die notwendigen Maßnahmen zur Sekundärprävention empfohlen (Hausarzt, Kardiologe, Rehabilitationsarzt, Herzgruppenarzt).
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Für Patienten mit KHK (insbesondere nach ACS und / oder nach Bypass-Operation) ist die Teilnahme in einer ambulanten Herzgruppe zur Förderung eines regelmäßigen körperlichen Trainings und anderer risiko-reduzierenden Lebensstiländerungen empfehlenswert.
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13-13 Bei KHK-Patienten mit limitierender Symptomatik trotz Standardtherapie, ausgeprägtem und unzureichend eingestelltem Risikoprofil, ausgeprägter psychosozialer Problematik sowie bei drohender Berufs-/Erwerbsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit sollte eine zeitlich begrenzte Rehabilitationsmaßnahme in spezialisierten Rehabilitationseinrichtungen (Heilverfahren: ambulant oder stationär) empfohlen werden.
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Zuletzt geändert:
03.09.2008