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12. Revaskularisations-Therapie


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[Hintergrund und Evidenz]

Einführung, allgemeine Empfehlung und Tabelle
Spezielle Empfehlung

 

Einführung, allgemeine Empfehlung und Tabelle

Die Therapie der Patienten mit KHK ist einem ständigen Wandel unterworfen. Dies trifft für alle Behandlungsoptionen medikamentös, interventionell oder chirurgisch zu.

Die kontinuierliche Fortentwicklung der Revaskularisationstechniken zusammen mit der Einführung innovativer Technologien macht deutlich, dass vergleichende Studien das Risiko beinhalten, dass Behandlungsstrategien sich wesentlich (besonders zutreffend für interventionelle Techniken) ändern, noch bevor die randomisierten Studien abgeschlossen und publiziert sind.

Die vorliegenden Empfehlungen begründen sich aus prospektiv-randomisierten Vergleichsstudien und Risiko-adjustierten Analysen großer Behandlungskohorten, untersetzt von Meta-Analysen. Die Behandlungsempfehlungen beruhen auf kontrollierten Studien, Metaanalysen und Registerdaten.

Differenzierende Empfehlungen für Patienten mit Diabetes mellitus und/oder reduzierter Ventrikelfunktion können derzeit noch nicht gemacht werden.

 

 

12-1
Vor einer Revaskularisation sind Patienten über die Wirksamkeit konservativer, interventioneller und chirurgischer Maßnahmen in Bezug auf die Therapieziele Symptomatik/Lebensqualität und Prognose zu informieren.

Empfehlungsgrad A

 

Tabelle 9: Konservative Behandlung versus PCI und CABG bei Chronischer KHK

 

Option konservative Behandlung PCI CABG
Definiton Gabe von antianginösen
(Nitrate usw.) und prognoseverbessernden
Medikamenten (ASS,
Betablocker usw.),
Modifikation von
verhaltensbezogenen
Risikofaktoren.
Schnelle Entwicklung von PTCA --> Stent --> Stent mit
Beschichtung (DES).

Konservative Behandlung
als Begleittherapie
eingeschlossen.

Schnelle Entwicklung zu mehr

  • A.thorac.int.
    (Mammaria)
  • OPCAB ect.

Konservative Behandlung
als Begleittherapie eingeschlossen.

Therapieziel
Prognose
Wirksamkeit von
Thrombozyten-
Aggregationshemmern,
Betablockern, Statinen in
Plazebo-kontrollierten
Studien mehrfach
nachgewiesen.
Bisher keine
Überlegenheit für Tod/MI
im Vergleich zu
konservativer Behandlung
bei stabiler KHK
nachgewiesen.
Überlegenheitsnachweis im Vergleich zu konservativer Behandlung beruht auf älteren Studien (allerdings Fortschritte bei medikamentöser und
chirurgischer Therapie);
Überlegenheit gegen PCI bisher bei 3-Gefäßerkrankung,
reduzierter Kammerfunktion
bewiesen.
Therapieziel
Symptomatik,
Quality of Life
Studienlage weniger
eindeutig.
Wirksamer als
konservativ.
Effekt nachhaltiger als PCI (auch neue Studien, auch DES, auch im Alter).
bevorzugter Einsatz
("Stärken")
Gut kontrollierte/
kontrollierbare Symptomatik.
Patient lehnt invasives
Vorgehen ab.
Angina pectoris
medikamentös nicht
beherrschbar.
Angina pectoris medikamentös nicht beherrschbar.

Mehrgefäß-Erkrankung, linke Hauptstamm-Stenose.
Abzuratende
Indikation
("Schwächen")
  Konservativ gut
kontrollierte Symptomatik
bei Niedrig-Risiko.
Konservativ gut kontrollierte Symptomatik bei Niedrig-Risiko.

 

 

 

Spezielle Empfehlungen

Die folgenden Empfehlungen gelten für die klinische Situation:

Diagnose einer chronischen KHK mit stabiler Angina pectoris/Anginaäquivalent und planbarer Revaskularisation (unabhängig von der Ventrikelfunktion).

 

 

Koronare Herzkrankheit mit signifikanter ( 50 %) linkskoronarer Hauptstammstenose

12-2

  • Bei linkskoronarer signifikanter Hauptstammstenose soll die operative Revaskularisation (ACB) angestrebt werden. Sie ist in Bezug auf Überleben, MACE und Lebensqualität der PCI und der konservativen Therapie überlegen.
  • Inoperablen Patienten und Patienten, die nach sorgfältiger Aufklärung eine operative Revaskularisation ablehnen, kann alternativ die PCI empfohlen werden. Dies gilt für die Therapieziele Verbesserung der Prognose und Lebensqualität.

Empfehlungsgrad A

 

 

Koronare Mehrgefäßerkrankung mit hochgradigen proximalen Stenosen (> 70 %)

12-3

  • Bei Patienten mit Mehrgefäßerkrankung sollen revaskularisierende Maßnahmen empfohlen werden, da dadurch die Lebensqualität erhöht werden kann und sie – nach Expertenmeinung und Registerdaten – auch zu einer Verbesserung der Prognose führen.
  • Bei Mehrgefäßerkrankung soll eine komplette Revaskularisation angestrebt werden.
  • Bei 3-Gefäßerkrankung ist der ACB das primäre Vorgehen und die PCI das sekundäre Vorgehen.

Empfehlungsgrad A

12-4
Patienten mit proximaler RIVA-Stenose (70%) sollten unabhängig von der Symptomatik einer revaskularisierenden Maßnahme zugeführt werden.

Empfehlungsgrad B

12-5
Alle anderen Patienten ohne RIVA-Stenose mit symptomatischer, medikamentös nicht adäquat beherrschbarer Eingefäßerkrankung sollen mit einer revaskularisierenden Maßnahme (in der Regel PCI) aus antianginöser Indikation behandelt werden.

Empfehlungsgrad A

12-6

  • Älteren Patienten (> 75 Jahre) mit ausgeprägter, persistierender, trotz medikamentöser Therapie bestehender Symptomatik soll die Revaskularisation empfohlen werden.
  • PCI und ACB führen im Vergleich zur medikamentösen Therapie zu einer deutlichen symptomatischen Verbesserung der KHK, ohne eine erhöhte Sterblichkeit zu bedingen. Sie sollten auch bei alten Patienten mit ausgeprägter persistierender Symptomatik trotz medikamentöser Therapie empfohlen werden.

Empfehlungsgrad A

 

 

Zuletzt geändert: 12.04.2011
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