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7. Spezielle Diagnostik, Nichtinvasive Verfahren: Indikationen


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[Hintergrund und Evidenz]

Vortestwahrscheinlichkeit der chronischen koronaren Herzerkrankung

Die wesentlichen Ziele der Basisdiagnostik sind:

  • die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer KHK bei Patienten mit typischen und atypischen Angina-pectoris-Beschwerden als Grundlage für die Indikation zu einer weiterführenden Diagnostik,
  • die Ermittlung des kardiovaskulären Risikoprofils zur Planung der Therapie.

Die Anamnese ist von entscheidendem Einfluss auf die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer relevanten KHK (s. Tabelle 8). Hierbei spielt die genaue Feststellung der Art der Beschwerden, die Einschätzung der körperlichen Belastbarkeit und die Erfassung der Risikofaktoren eine herausragende Rolle.

Tabelle 8: Vortest-Wahrscheinlichkeit (1) für das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung aufgrund der Parameter Alter (2), Geschlecht und Symptome in Abhängigkeit des Vorliegens weiterer Risikofaktoren.

Alter [Jahre]

Männer

Frauen

Männer

Frauen

Männer

Frauen

 

Nicht anginöse Brustschmerzen

Atypische Angina

Typische Angina

35

3-35

1-19

8-59

2-39

30-88

10-78

45

9-47

2-22

21-70

5-43

51-92

20-79

55

23-59

4-25

45-79

10-47

80-95

38-82

65

49-69

9-29

71-86

20-51

93-97

56-84

Die erste Zahl steht für das Risiko für Patienten ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren, die zweite Zahl für Hochrisikopatienten mit Diabetes mellitus, Hyperlipoproteinämie und Nikotinabusus.

Alle Aussagen gelten für Patienten mit unauffälligem Ruhe-EKG. Bei ST-Streckenveränderungen oder Q Zacken steigt die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer KHK weiter.

Typische und atypische Angina-pectoris-Beschwerden

Typische Angina pectoris:

1) retrosternale Schmerzen oder Beschwerden;
2) durch körperliche Belastung oder emotionalen Stress provozierbar;
3) Besserung durch Ruhe und/oder Nitro.

Atypische Angina pectoris:

Thorakale Schmerzen oder Beschwerden, die einen der o. g. Punkte nicht aufweisen.

Wichtige Anmerkung zur Bestimmung der Vortestwahrscheinlichkeit

CAVE: Die zugrundegelegten Studien wurden in Universitätskrankenhäusern (tertiäre Institutionen) durchgeführt. Eine Überprediktion der KHK bei Patienten mit niedriger Wahrscheinlichkeit ist anzunehmen. Im hausärztlichen Versorgungsbereich ist deshalb Vorsicht gegenüber der Anwendung der Tabellen angebracht.

Bildgebende Verfahren

  • Stress-Echokardiographie mit körperlicher oder pharmakologischer Belastung (Dobutamin);
  • Myokardszintigraphie (alle gängigen Tracer) mit körperlicher oder pharmakologischer Belastung (Dipyridamol oder Adenosin);
  • Dobutamin Stress Magnetresonanztomografie (DSMR);
  • Myokard-Perfusions-MRT mit pharmakologischer Belastung (Dipyridamol oder Adenosin).

Wann immer möglich, sollte eine physiologische (körperliche) Belastung bevorzugt durchgeführt werden.

(1) Gibbons RJ, et al. ACC/AHA 2002 guideline update for the management of patients with chronic stable angina (Committee to Update the 1999 Guidelines). Table 10. Comparing Pretest Likelihoods of CAD in Low-Risk Symptomatic Patients With High-Risk Symptomatic Patients—Duke Database (41), p13.
(2) Es bestehen keine Daten für das Alter < 30 Jahre oder >69 Jahre. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die Wahrscheinlichkeit mit ansteigendem Alter zunimmt.  

Zuletzt geändert: 02.10.2007
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