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7. Spezielle Diagnostik, Nichtinvasive Verfahren: Indikationen - Empfehlungen


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[Hintergrund und Evidenz]

 

Empfehlungen zur nichtinvasiven Diagnostik bei Verdacht auf KHK

Die Empfehlungen sind verknüpft mit dem Algorithmus: Verdacht auf chronische KHK, Teil 1 und 2 – Kardiologische  Versorgungsebene.

7-1
Bei der Wahl der bildgebenden Verfahren soll die jeweilige Verfügbarkeit und Erfahrung der Einrichtung mit in Betracht gezogen werden. Die Wahl der bildgebenden Verfahren soll zur Erreichung der bestmöglichen Bildqualität an den jeweiligen Patienten angepasst werden.

Empfehlungsgrad A

7-2
Bei allen Patienten ohne offensichtlich nicht-kardialen thorakalen Schmerz soll ein Ruhe-EKG mit 12 Ableitungen angefertigt werden.

Empfehlungsgrad A

7-3
Bei Patienten mit V.a. KHK sollen bei der initialen Vorstellung die kardiovaskulären Risikofaktoren wie Nikotinabusus, arterielle Hypertonie, positive Familienanamnese und Adipositas abgeklärt und ggf. folgende Blutuntersuchungen durchgeführt werden:

  • Hämoglobin.
  • Nüchternglucose.
  • Nüchternfette (Gesamtcholesterin mit LDL und HDL-Fraktionen, Triglyzeride).

 Empfehlungsgrad A

7-4
Eine echokardiographische Untersuchung in Ruhe sollen alle Patienten mit

  • Vitien-verdächtigen Herzgeräuschen;
  • Hinweisen für eine Herzinsuffizienz;
  • Zustand nach Myokardinfarkt oder Q-Zacken im EKG;
  • ventrikulären Arrhythmien

erhalten.

Regelmäßige echokardiographische Routineuntersuchungen bei stabiler Klinik und ohne geplante Therapieänderung sollen nicht durchgeführt werden.

 Empfehlungsgrad A

7-5
Ein Röntgen-Thorax kann zur Abklärung von differentialdiagnostischen Erwägungen eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad 0

7-6

  • Ein Belastungs-EKG soll bei Patienten mit mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit auf eine KHK aufgrund von Alter, Geschlecht und klinischer Symptomatik durchgeführt werden.
  • Aufgrund der eingeschränkten Beurteilbarkeit der ST Strecken, sollten Patienten mit WPW-Syndrom, Schrittmacher-Stimulation (VVI /DDD), ST Strecken-Senkungen in Ruhe >1mm oder Linksschenkelblock nicht ergometrisch untersucht werden.
  • Patienten mit Zeichen der linksventrikulären Hypertrophie oder Digitalismedikation und ST-Strecken-Senkungen in Ruhe <1mm können eingeschränkt untersucht werden.

 Empfehlungsgrad A

7-7
Bei Patienten mit mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit oder bei Patienten, die nicht soweit belastungsfähig sind, dass sich im Belastungs-EKG ein relevanter Befund ergeben würde, soll ein bildgebendes Verfahren mit pharmakologischer Belastung durchgeführt werden.

 Empfehlungsgrad A

7-8
Ein Belastungs-EKG kann bei Patienten mit hoher Vortestwahrscheinlichkeit einer KHK aufgrund Alter, Geschlecht und klinischer Symptomatik zur Ischämiediagnostik durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad 0

7-9
Bei Patienten mit hoher Wahrscheinlichkeit für eine KHK, bei denen eine Ergometrie nicht sinnvoll ist, kann eine Untersuchung mit einem bildgebenden Verfahren unter körperlicher Belastung durchgeführt werden, wenn sie im Ruhe-EKG folgende Veränderungen aufweisen:

  • Präexzitations-Syndrom (WPW);
  • mehr als einen Millimeter ST-Senkung.

oder es kann eine Myokardperfusions-Untersuchung mit Adenosin oder Dipyridamol durchgeführt werden bei:

  • Kammer-Rhythmus durch Schrittmacher;
  • Links-Schenkel-Block.

Empfehlungsgrad 0

7-10
Ein bildgebendes Verfahren unter körperlicher oder pharmakologischer Belastung (abhängig von den Ruhe-EKG Veränderungen) kann bei Patienten mit stabiler Angina pectoris zur Bestimmung von Ausmaß, Schweregrad und Lokalisation von Ischämie durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad 0

7-11
Ein Myokardperfusions-Untersuchung mit Adenosin oder Dipyridamol soll bei Patienten mit einer mittleren Vortestwahrscheinlichkeit für KHK durchgeführt werden, wenn eine der folgenden EKG-Veränderungen vorliegt:

  • Kammer-Rhythmus durch Schrittmacher;
  • Links-Schenkel-Block.

 Empfehlungsgrad A

7-12
Bei Patienten mit folgenden Ruhe-EKG-Veränderungen soll eine bildgebende Belastungsuntersuchung als Alternative zum Belastungs-EKG bei mittlerer Vortest-wahrscheinlichkeit durchgeführt werden:

  • Präexzitations-Syndrom (WPW);
  • mehr als einem Millimeter ST-Senkung in Ruhe inklusive derer mit LVH/Digitalis-Medikation.

 Empfehlungsgrad A

7-13
Bei mittlerer Vortestwahrscheinlichkeit und nicht aussagekräftiger Ergometrie soll eine bildgebende Belastungsuntersuchung durchgeführt werden.

 Empfehlungsgrad A

 

 

 

Empfehlungen zur nichtinvasiven Diagnostik bei bekannter KHK

Die Empfehlungen sind verknüpft mit dem Algorithmus bei bekannter KHK – Kardiologische Versorgungsebene.

7-14
Bei Patienten mit bekannter KHK und Veränderungen der Symptome und Befunde und Verdacht auf Progression soll ein Belastungs-EKG empfohlen werden.

Empfehlungsgrad A

7-15
Vor Revaskularisation sollte ein Ischämienachweis vorliegen.

Empfehlungsgrad B

7-16

  • Ein Belastungs-EKG ist bei Patienten mit WPW-Syndrom, VVI/ DDD-Stimulation, komplettem Linksschenkelblock, mehr als 1 mm ST-Senkungen in Ruhe oder Linksherzhypertrophie nicht ausreichend aussagefähig.
  • In diesen Fällen sollte ein bildgebendes Verfahren eingesetzt werden.

 Empfehlungsgrad B

7-17
Bei Patienten mit bekannter KHK und Veränderungen der Symptome und Befunde, die nicht soweit belastungsfähig sind, dass sich im Belastungs-EKG ein relevanter Befund ergeben würde, soll eine bildgebende Untersuchung mittels pharmakologischer Belastung als Alternative zum Belastungs-EKG durchgeführt werden.

 Empfehlungsgrad A

7-18

  • Patienten mit chronischer KHK und eingeschränkter LV-Funktion, Mehrgefäßerkrankung, proximaler RIVA-Stenose, überlebtem plötzlichen Herztod, Diabetes mellitus, suboptimalem Interventionsergebnis oder mit gefahrgeneigten Tätigkeiten gehören zu den Hochrisiko-Personen.
  • Bei diesen sollte in enger Kooperation mit Kardiologen eine Risikostratifizierung und ein regelmäßiges Monitoring durch nichtinvasive Verfahren durchgeführt werden (siehe auch Überweisungskriterien Kapitel 15).

Empfehlungsgrad B

7-19
Die Ergometrie zur Risikostratifizierung bei asymptomatischen Patienten mit bekannter KHK nach Revaskularisation soll nicht durchgeführt werden, da das Untersuchungsergebnis keine sichere Vorhersage zulässt (insuffiziente Daten für definitive Empfehlungen hinsichtlich Testverfahren und Häufigkeit).

Empfehlungsgrad A

7-20
Bei Patienten mit bekannter KHK, die trotz Therapie nach symptomfreiem Intervall erneut symptomatisch werden und bei denen die Ischämielokalisation, die funktionelle Relevanz einer Stenose und / oder Vitalität von Bedeutung ist, sollte eine bildgebende Untersuchung mit körperlicher oder pharmakologischer Belastung als Alternative zum Belastungs-EKG durchgeführt werden.

 Empfehlungsgrad B

7-21
Bei asymptomatischen Patienten mit KHK kann vor Aufnahme eines Fitnessprogramms eine Belastungsuntersuchung zur Risikostratifizierung durchgeführt werden. Dies darf keine Barriere darstellen zur Aktivität im Alltag.

Empfehlungsgrad 0

7-22

  • Zur Evaluierung von Vitalität in dysfunktionalem Myokard können eine Szintigraphie, eine Stress-Echokardiographie, eine Stress-MRT, eine kontrastmittelverstärkte MRT oder eine PET durchgeführt werden.
  • Die Hauptindikation für die Vitalitätsdiagnostik sind Patienten mit stabiler chronischer KHK, myokardialer Dysfunktion und Luftnot als Hauptsymptom. Die Wahl des nichtinvasiven Verfahrens sollte anhand der Verfügbarkeit und Erfahrung des jeweiligen Zentrums erfolgen.
  • Die meisten Daten liegen für die Szintigraphie und die Stress-Echokardiographie vor. In den letzten Jahren kommt die MRT mit Dobutamin und kontrastmittelverstärkt zum Einsatz und zeigt gute Ergebnisse im Vergleich mit den anderen Techniken und der kontraktilen Erholung.

Empfehlungsgrad 0

 

Zuletzt geändert: 12.04.2011
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